05 – Moore, nix, nox, nebulae

Das Dreiländereck am Schwarzen Moor

Hochmoore bilden sich gern in unwirtlichen, feucht-kalten Lagen. Auf die Umgebung des Schwarzen Moores scheint der alte Mönchsvers

Nix, nox, nebulae,
optima munera Rhoenae

ganz besonders zuzutreffen, wonach nämlich Schnee, Nacht und Nebel der Rhön reichlich beschert sind. Deren unwirtlichsten Siedlungsraum lernen wir auf dieser Wanderung kennen. Heute präsentiert sich dieses melancholische Herz des Gebirges als Naturschutzgebiet, und wir wandern durch einen herben Hochland-Park, der seine ganz eigene Romantik hat.

2 Einkehrmöglichkeiten unterwegs. Detaillierte Wegbeschreibung, Karte, Höhenprofil und Hintergrundinfos im Buch.

Foto: Stefan Etzel

Das Schwarze Moor

Das Schwarze Moor wurde schon 1939 unter Naturschutz gestellt und ist auf einem knapp 2 km langen Bohlenweg gefahrlos begehbar. Besonders schön sind die frühen oder späten Stunden des Tages. Informationstafeln erläutern die Besonderheiten dieses einzigartigen Landschaftstyps.

Der Weg beginnt gegenüber dem Parkplatz rechts des merkwürdigen Basalttores: Es war der Turnhallenbaracke eines Reichsarbeitsdienstlagers vorgeblendet, als im Dritten Reich versucht wurde, der Hochrhön landwirtschaftliche Nutzflächen abzuringen. Im Rahmen des nach dem Gauleiter von Mainfranken benannten Dr.-Hellmuth-Plans wurden von Arbeitsdienstlern (später auch Kriegsgefangenen und Fremdarbeitern) Feuchtflächen entwässert, der Boden entsteint und die heutigen Fichtenwaldungen als Windschutzstreifen angelegt. Zwecks besserer Transportmöglichkeiten entstand die heutige Hochrhönstraße als Schotterpiste (Dr. Hellmuth-Straße). Der auch im NS-Staat umstrittene Plan war angesichts der ungünstigen Klimaverhältnisse von Anfang an zum Scheitern verurteilt und wurde während des Krieges aufgegeben. Die mühsame Fruchtbarmachung der Hochrhön schien überflüssig angesichts der fruchtbaren Gebiete, die das „Volk ohne Raum“ im Osten erobert hatte…

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2 Antworten

  1. Schön. Hoffentlich bleibt es auch in Zukunft erhalten.

  2. ein schönes bild… habe es eben entdeckt als ich bildmaterial für meine geschichte suchte: http://sabinewirsching.com/2013/12/16/hinter-der-wand-teil-5-entzundungsherd/

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