11 – Kreuzbergspaziergang

Kleine Gipfelerkundung mit dreifacher Einkehr

Für die Vielen, die den Kreuzberg per Auto besuchen und nicht zu Fuß auf den heiligen Berg Frankens pilgern wollen (Tour 10), sei hier eine Kurzwanderung in der Gipfelregion vorgeschlagen, die „Alle Sehenswürdigkeiten in zwei Stunden“ vorstellt und reichlich Zeit zur Einkehr läßt…

2 Einkehrmöglichkeiten unterwegs. Detaillierte Wegbeschreibung, Karte, Höhenprofil und Hintergrundinfos im Buch.

Der Kreuzberg

Seinen heutigen Namen trägt der »Kreuzberg – mit 928 m höchster Berg der bayerischen und zweithöchster der gesamten Rhön – erst seit gut vierhundert Jahren, davor hieß er „Aschberg“. Ob dieser Name sich von „Asen“ oder „äsen“ herleitet – Götterhimmel oder Viehweide -, der Wanderer neigt intuitiv wohl eher zur „Asenberg“-Theorie. Er kennt ja den Ringwall, den die Kelten um das Gipfelplateau zogen, ohne daß eine Stadt dort lag, kennt das Johannisfeuer, von wo man die Sonne im Osten aufgehen sieht. Waren die Felsen dort vielleicht Druiden-Altäre? Später opferten die fränkischen Heiden auf dem Gipfel der Holla, so jedenfalls die Legende, bis der Ire Kilian 686 ihren Altar stürzte und das Kreuz aufrichtete. Daß er drei Jahre später durch die Rache einer Frau starb, wird manch wackerem Franken zu denken gegeben haben, wenn er im Herbst die erste Schneehaube auf dem Götterberg sah, dessen Gipfel seit alters der Sitz von – Frau Holle war….

Um 1400 wird die Kreuzverehrung auf dem „fränkischen Olymp“ geschichtlich greifbar, zweihundert Jahre später heißt er „Krücbärc“. Fürstbischof Echter hatte die in der Reformationszeit eingegangene Wallfahrt wieder aufleben lassen, Franziskaner aus dem Kloster in Bischofsheim wurden mit der Betreuung der Pilger betraut. Anfänglich hausten sie nur während der Sommermonate in Hütten bei der Quelle unterhalb des Gipfels, bis dort dann ab 1679 das heutige Kloster entstand. 1731 wurde das Braurecht bewilligt, was sich als nachhaltigste Maßnahme zur Beförderung der profanen Kreuzbergwallfahrt entpuppen sollte. Zur „Baßgeigenwirkung“ des Klosterbieres s. Tour 10.

Die echten Kreuzpilger sind freilich nicht ausgestorben. Noch heute zieht an fast jedem Wochenende des Sommerhalbjahres eine Wallfahrt auf den Heiligen Berg Frankens. Die größte bricht seit 1647 am 20. August unter Führung der Kreuzbruderschaft vom Kiliansgrab im Würzburger Neumünster auf, um in zwei Tagen auf den Berg zu führen (99 km), auf dessen Gipfel der Frankenapostel das Kreuz aufgerichtet haben soll. Zurück geht’s dann etwas gemütlicher in drei Tagen. Wer diesen Pilgerweg einmal mitgehen möchte, muß sich nur am 20.8. morgens um fünfe im Neumünster einfinden, für Matrazenlager unterwegs ist gesorgt.

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