18 – Die Kugel des Spiels

Ruine Hauneck und die Langen Steine

Von Burg Hauneck auf dem Stoppelsberg hat man den klassischen Blick aufs "Hessische Kegelspiel", neun dicht beisammen liegende Basaltkuppen, deren König der Stallberg ist (Wanderung 18). Einst sollen die Riesen nämlich hier ihre Kegelbahn gehabt haben – und der Stoppelsberg war die Kugel des Spiels. Sagenhaft muten auch die Langen Steine zu Füßen des Burgberges an…

Einkehrmöglichkeit an Start/Ziel, unterwegs keine. Detaillierte Wegbeschreibung, Karte, Höhenprofil und Hintergrundinfos im Buch .

Foto: Stefan Etzel

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Das Hessische Kegelspiel

Welche neun Berge gehören dazu?

Die nordwestliche Vorderrhön zwischen Haune und Ulster ist die Kornkammer der Rhön, eine überwiegend flachwellige, von Ackerflächen geprägte Landschaft, aus der bewaldete Basaltkegel wie Maulwurfshügel aufragen. Neun von ihnen werden als das "Hessische Kegelspiel" bezeichnet.

Welche neun es freilich genau sind, ist nicht so leicht auszumachen, sind doch insgesamt elf Namen im Spiel. Volkstümlich heißt es:

Ein Wiesel trägt auf seinem Rücken einen Apfel durch ein Stoppel feld in einen kleinen , morschen Stall auf einer Lichtung , so is es,

womit Wiesels-, Rückers-, Appels-, Stoppels-, Klein-, Mors-, Stall-, Licht- und Soisberg als die neun Berge des Kegelspiels benannt werden. Allein, der Volksmund irrt.

Schon der Blick auf die Karte läßt erkennen, daß Stoppels- und Soisberg abseits der vorgenannten anderen Karte des Hessischen Kegelspiels Berge liegen, daß aber Hübels- und Gehilfersberg (Tour 17 ) diese Gruppe so komplettieren, daß der Stallberg als "Kegelkönig" aus ihrer Mitte hervorragt. So jedenfalls bestimmt die Fachwissenschaft die Neunzahl – und bleibt so auch im Bild.

Geologisch ist das Kegelspiel entlang einer Bruchspalte entstanden, an deren Schwachpunkten die vulkanischen Kräfte die Erdkrust durchbrachen. Fünf der neun Berge streichen zur Kette gereiht von Nordwest nach Südost, der Bruchzone folgend, die anderen vier sind die nächst benachbarten Berge.

Daß so oft der Soisberg als "König des Kegelspiels" genannt wird, liegt wohl daran, daß er der höchste Berg der Gegend ist und man allgemein das Bild nicht ganz so wörtlich nimmt. Der wissenschaftliche Befund wird freilich durch die Sage gestützt, wonach einstmals die Riesen in der nordwestlichen Kuppenrhön ihre Kegelbahn hatten – und der Stoppelsberg die Kugel des Spiels war! "Alle Neune" konnte es da nur bei einem Wurf nach Südosten heißen – zum Soisberg hätte die Kugel nach Nordosten rollen müssen. Aber beziehen wir ihn doch in die sagenhafte Topographie mit ein – als den Olympier, der lächelnd dem Spiel des Lebens zuschaut.

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Eine Antwort

  1. Ein Besuch der Burg ist sehr lohnenswert, besonders wegen der Aussicht vom Bergfried der Anlage. Auf meiner Seite habe ich einige Eindrücke gesammelt:http://www.schoeneshessen.de/burg-hauneck/

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