23 – Ein Hoch der Phantasie in Kaltennordheim

Kaltenlengsfeld Entdeckungen zwischen Felda und Werra

In Kaltennordheim entstand das Rhönlied, Goethe schrieb hier sein Preislied auf die Phantasie. Vielleicht liegt ja auch Ihnen ein Lied auf den Lippen, wenn Sie am Ende der Wanderung – die durch zwei Gasthäuser wohlgegliedert ist – vom Dachstein wieder ins Feldatal hinab schlendern.

2 Einkehrmöglichkeiten unterwegs. Detaillierte Wegbeschreibung, Karte, Höhenprofil und Hintergrundinfos im Buch .

Foto (Kaltenlengsfeld gegen Ende der Wanderung): wiki-commons

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Kaltennordheim ist über 1200 Jahre alt und war schon früh befestigt. In klassisch weimarischer Zeit war der Ort Amtssitz im wilden sächsischen Westen, wo Schmalhans Küchenmeister und der Rhönpaulus (s. Tour 21 ) gerade gehenkt worden war, als der 31-jährige Minister Goethe im September 1780 seinen Dienstherren und fürstlichen Freund Carl August, den 23-jährigen Herzog von Sachsen-Weimar-Eisenach, auf einer Inspektionsreise in die sächsische Rhön begleitete um zu sehen, wie die Lage der armen Bevölkerung gehoben werden könnte.

 Mit von der Partie war Oberstallmeister von Stein, an dessen Frau Charlotte Goethe täglich schrieb. So am Abend des Ankunftstages, dem 13.9.1780: "Der Herzog liest, Stein raucht mit Arnswalden eine Pfeife, und wenn ich nichts zu thun oder zu beobachten habe, mag ich nur mit Ihnen reden."

Mißgestimmt von der Armut der Gegend, zog sich der Dichter am übernächsten Abend auf sein Zimmer zurück und grüßte Frau von Stein mit seinem hymnischen Preislied auf die Phantasie, "Meine Göttin": 

Welcher Unsterblichen
soll der höchste Preis seyn?
Mit keinem streit ich,
Aber ich geb ihn
Der ewig beweglichen
Immer neuen
Seltsamsten Tochter Jovis
Seinem Schooskinde
Der Phantasie …

 1912 entstand noch ein Preislied in Kaltennordheim, die Rhönhymne "Zur Rhön hinauf!". In der DDR durfte das "Ich weiß basaltene Bergeshöh’n im Herzen der deutschen Gau’n" wegen der Einheitssymbolik nur instrumental gespielt werden…

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