25 – Schillers Asyl im Henneberger Land

Durchs Grenzland südlich von Meiningen

Nahe der Werra lag die Stammburg der Henneberger, der einst mächtigsten weltlichen Herren in der Rhön. In diese Gegend verschlug es Schiller, als er wegen Schreibverbots aus Württemberg floh – und im Schatten der Henneburg „Kabale und Liebe“ schrieb.

2 Einkehrmöglichkeiten unterwegs, v.a. aber am Start/Ziel im Jagdschloß Fasanerie. Detaillierte Wegbeschreibung, Karte, Höhenprofil und Hintergrundinfos im Buch.

Foto: Mewes

Bauerbach & Schiller

Als der 23-jährige Friedrich Schiller aus Stuttgart floh, weil ihm sein Landesherr weiteres „Komödienschreiben“ verboten hatte, bot ihm Henriette von Wolzogen, die Mutter eines Schulfreundes, auf ihrem Gut in Bauerbach Zuflucht. Als Dr. Ritter bewohnte der Flüchtling von Dezember 1782 bis Juli 1783 drei Räume im oberen Stock des Fachwerkhauses, das heute das Museum enthält. Hier vollendete er die „Luise Millerin“, sein drittes Drama, das der Schauspieler Iffland in „Kabale und Liebe“ umbenannte.

Konfliktverschärfend floß Schillers unerfüllte Liebe zu der 16-jährigen Tochter seiner Gönnerin in das bürgerliche Trauerspiel ein, wenn auch mit umgekehrten Vorzeichen: Er glaubte, nur deswegen einem adeligen Verehrer seiner Angebeteten nicht vorgezogen zu werden, weil er mittellos und bürgerlichen Standes war. Als letztes Mittel zeigte ihm die entnervte Mutter das Tagebuch ihrer Tochter, aus dem klar hervorging, daß diese für seinen Nebenbuhler schwärmte. Schiller verließ bald darauf Bauerbach, auch, weil er in Mannheim eine Anstellung gefunden hatte, machte noch einen schriftlichen Heiratsantrag, der unbeantwortet blieb, heiratete selbst aber erst, nachdem sich Charlotte tatsächlich vermählt hatte.

Das Museum vermittelt einen schönen Eindruck der Wohnatmosphäre jener Zeit. Die Räume des oberen Stockwerks, wo Schiller wohnte, sind im großen und ganzen noch original erhalten. Erhalten ist auch noch die Rechnung über 145 halbe Maß Bier, die Schiller dem Wirt des „Braunen Roß“ schuldig blieb.