04 – Zur Rhön hinauf!

Aus dem Ulstertal auf die Wasserkuppe

Im oberen Ulstertal ist die Wasserkuppe allgegenwärtig – aber durch vorgelagerte Höhen verdeckt. Diese Tour ist recht anspruchsvoll, denn es geht zunächst auf einen knapp 700 m hohen Gipfel, bevor dann im nächsten Talort der eigentliche Aufstieg auf „die Kuppe“ beginnt.

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Foto: Stefan Etzel

Wasserkuppe

Die Wasserkuppe ist mit 950 m nicht nur der höchste Berg der Rhön, sondern ganz Hessens. Der Name spielt auf die ungewöhnlich hohen Niederschläge an, die im Boden versickern und an wasserundurchlässigen Basaltschichten wieder austreten (zur Geologie des Berges s. Tour 2). Über 100 größere und kleinere Quellen sprudeln im Bereich der Wasserkuppe, am bedeutendsten ist die Fuldaquelle kurz unterhalb des Gipfels.

Schon 1879 weihte der Rhönklub auf seinem Paradeberg ein eisernes Schutzhaus ein mit „mehreren guten Betten, gutem Keller“, Restaurationsbetrieb, ab 1884 gab es auch Telegraphenverbindung. 1893 wurde ein Nebelhorn installiert, um bei der häufigen „Knofe“, wie später die Segelflieger dieses typische Wasserkuppenwetter später nannten, herumirrenden Wanderern die Richtung des Schutzhauses zu signalisieren.

Die überwiegenden Westwinde, welche einerseits die Hauptniederschläge bringen, waren anderersetis auch der Anlaß für die stürmische Entwicklung des Segelfluges am „Berg der Flieger“. Heutiges Wahrzeichen der Kuppe ist die Radarkuppel, ein Relikt aus der Zeit des Kalten Krieges, das man rein ästhetisch kaum noch missen mag…

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03 – Hangwind & Thermik

Von Poppenhausen auf den Berg der Flieger

Mein Lieblingsaufstieg auf den höchsten Berg Hessens. Aus den Tallagen durch eine parkartige Wacholdertrift unterhalb bizarrer Felsklüfte. Oben flattert buntes Tuch auf, ein Gleitschirmflieger löst sich vom Berg, und hoch im Blau des Himmels zieht ein Segelflugzeug seine Kreise. Weiter durch Wald, dann liegen die Hänge vor uns, an denen Fluggeschichte geschrieben wurde.

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Gemälde: Pedro Schmiegelow (1863-1943).

Das Fliegerdenkmal auf der Wasserkuppe

Die Einweihung des Denkmals am 30. August 1923 in Anwesenheit von je nach Schätzung 30.000-100.000 Besuchern markierte den Höhepunkt der Segelflugbegeisterung in Deutschland und war zugleich ein schwarzer Tag des Segelflugs: Es gab vier Abstürze mit einem Todesopfer. Für das Denkmal war der „Loessel-Stein“ ausgebaut worden, benannt nach dem ersten an der Wasserkuppe tödlich verunglückten Segelflieger, der am 9.8.1920 abgestürzt war – auf den Tag genau 24 Jahre nach Lilienthals letztem, fatalen Flug.

Der Bronzeadler wurde übrigens nicht eigens für das Fliegerdenkmal geschaffen, vielmehr hatte der deutsche Wappenvogel zusammen mit einem Zwillingsstück die Toreinfahrt zum Besitz Albert Ballins bei Hamburg geziert, eines jüdischen, vaterländisch denkenden Reeders und Duz-Freundes Kaiser Wilhelm II. Seine Witwe hatte den Adler und die Mittel zum Bau des Denkmals gestiftet. Die Inschrift auf der in Form des Frontfliegerabzeichens gegossenen Bronzetafel wirft ein Licht auf die Stimmungslage der Zeit:

Wir
toten Flieger blieben
Sieger
durch uns allein
Volk
flieg Du wieder
und Du wirst
Sieger
durch Dich
Allein

Der Segelflug als Symbol nationalen Wiederaufstiegs. Natürlich blickt der Adler gen Westen, wo der französische Erbfeind saß. Die aktiven Flieger waren freilich eher unpolitisch, eine verschworene Gemeinschaft, in der die Leistung vor Herkunft und Gesinnung zählte. Das änderte sich erst nach 1933, als zunehmend Uniformen das „Räuberzivil“ der Pioniere ablöste und die fast jugendbewegte Romantik der Frühzeit des Segelflugs zerstörte.

Foto: Stefan Etzel

02 – Ich weiß basaltene Bergeshöh’n

Der Geologische Wanderweg auf der Wasserkuppe

Ob Sie sich für die Entstehung der Rhönlandschaft interessieren oder wissen wollen, welches Gestein denn da unter den Wanderstiefeln knirscht: Der „Geologische Wanderweg“ auf der Wasserkuppe ist die ideale Einführung in die erdgeschichtlichen Besonderheiten der Rhön und wird Ihnen bei späteren Wanderungen manches Aha-Erlebnis bescheren.

1 Einkehrmöglichkeit unterwegs. Detaillierte Wegbeschreibung, Karte, Höhenprofil und Hintergrundinfos im Buch.

Foto: Marco Klüber